Recht auf Stadt und Teilhabe als Arbeitsfokus

 

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Stadt – auf Sichtbarkeit, Bewegung, Spiel, Sicherheit und Mitgestaltung. In meiner Arbeit begegnen mir immer wieder Menschen, denen diese Teilhabe erschwert wird: weil sie neu angekommen sind, von Armut betroffen sind oder gesellschaftliche Ausgrenzung erfahren.

Ich verstehe urbane Teilhabe als gelebte Praxis. Gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erkunde ich Wege, sich Orte anzueignen, Nachbarschaften kennenzulernen und eigene Perspektiven sichtbar zu machen. Dabei entstehen Stadtarchive, Kartierungen, Streifzüge, Film- und Theaterprojekte sowie andere kreative Formate, die Orientierung, Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit fördern.

Besonders interessiert mich, wie Menschen sich in einer Stadt verorten: Welche Wege gehe ich? Wo fühle ich mich willkommen? Welche Orte geben mir Sicherheit? Märkte, Spielplätze, Parks, kulturelle Einrichtungen oder eine Bank unter einem Baum können dabei ebenso bedeutsam sein wie offizielle Institutionen.

Teilhabe bedeutet für mich jedoch mehr als kulturelle Sichtbarkeit. Sie umfasst ebenso den Zugang zu Bildung, Freizeit, Bewegungsfreiheit und gesellschaftlicher Anerkennung. Erst wenn Menschen sich sicher und willkommen fühlen, wird Stadt zu einem Raum, den sie nicht nur nutzen, sondern aktiv mitgestalten können.